Berichte aus Gemeinden und Werken
Ratstagung des Landesverbandes Sachsen am 17.04.2010 |
| Veröffenlicht am 04.05.2010 |
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„Das war ein guter Tag…“ - mit diesem Eindruck bin ich nach der Ratstagung des Landesverbandes Sachsen am 17.04.2010 nach Hause gefahren. Und mir fällt eine Reihe von Gründen für dieses positive Fazit ein:
» Die perfekte Organisation durch die gastgebende Gemeinde Sosa
Dafür noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön vor allem an Peter Fugmann und sein Team aus der Gemeinde Sosa. Von den Parkplatz-Ordnern über die Gemeinderäume bis zur Verpflegung war alles liebevoll vorbereitet und geplant. Das war super.
» Ein ermutigendes und professionelles Referat
Unser Gast-Referent Friedbert Neese nahm uns mit hinein in das Thema „Mündige, geistliche Gemeindeleitung“. Und bereits beim einleitenden Blick auf den „biblischen Befund“ wurde schnell klar, wie vielschichtig dieses Thema ist und dass „Patentrezepte“ hier nicht wirken. Schon die ersten Gemeinden waren so unterschiedlich, dass die genormte „Gemeinde nach dem Neuen Testament“ tatsächlich nicht zu finden ist.
Drei Wege oder Möglichkeiten, Gemeinde zu ordnen und zu leiten wurden von F. Neese näher erläutert:
1. der geordnete Dienst (Apostelgeschichte und Pastoralbriefe)
2. Leitung durch den Geist (Johannesschriften)
3. der gabengemäße Gemeindeaufbau (bes. Röm. und Kor.)
Als Gemeindeleitungen stehen wir vor der Aufgabe und Herausforderung, die unterschiedlichen Linien von geistlicher Leitung in der Gemeinde zu verbinden.
Hier stellte F. Neese vier Dimensionen von Leitung in der Gemeinde heraus:
- die geistliche Dimension
- die presbyteriale Dimension (Älteste)
- die verwaltungsmäßige Dimension
- die kollegiale Dimension
Zusammenfassend erläuterte F. Neese sein Verständnis von geistlicher Leitung als „strategisches Handeln im Horizont des Evangeliums“, das jedoch immer unter dem Vorbehalt geschieht, dass letztlich Jesus selbst steuert. Strategische Leitung wird zur geistlichen Leitung dadurch, dass sie verantwortet wird vor Gott - im Horizont des Evangeliums und im Vertrauen auf den Geist Gottes.
» Der „Blick über den Tellerrand“
… durch eine Reihe von Berichten, Grüßen und Informationen unserer Gäste:
Friedbert Neese und Matthias Mittmann grüßten von Bundespräsidium und -geschäftsführung und berichteten über das aktuelle Geschehen im Bund. Informationen gab es auch von der SKB Bad Homburg. Shannon von Scheele aus Berlin gab uns in engagierter und motivierter Weise einen Einblick in die Arbeit und Anliegen des „Netzwerkes gegen Menschenhandel“. Von Irmgard Neese bekamen wir eine Menge Informationen zum Gemeinde-Seniorenwerk.
» Gute und eindeutige Wahlergebnisse, Berufungen und Bestätigungen:
Als die 3 Pastoren in der Landesverbandsleitung wurden wieder oder neu gewählt:
- Michael Schubach (Freiberg)
- Hans-Jürgen Schlag (Heidenau)
- Wilfried Graupner (Mitglied der Gemeinde Werdau-Leubnitz)
Michael Schubach wurde als Landesverbandsleiter und Peter Fugmann (Gemeinde Sosa) als Stellvertreter gewählt und vom LV-Rat bestätigt.
Weiterhin wurden gewählt oder bestätigt:
- Sebastian Wolf (Gemeinde Lichtenstein) für weitere 2 Jahre als GJW-Leiter
- Doreen Nobis (Gemeinde Stollberg) als LV-Kassenverwalterin ab Januar 2011
- Gottfried Neubert (Gemeinde Mittweida) wird von den Landesverbänden Thüringen und Sachsen als gemeinsamer Vertreter für den Berufungsrat vorgeschlagen
Neu begrüßt im Landesverband Sachsen wurde Michael Naar (Pastor Gemeinde Sosa). Verabschieden mussten oder müssen wir uns von Rainer Kühnel (bisher Schmiedeberg und LV-Leitung), Friedrich und Renate Windisch (bisher Görlitz), Christian Richter (bisher Werdau-Leubnitz) und Veit Praetorius (bisher Zwickau-Planitz und viele Jahre LV-Leitung).
Der Abschied von Christa und Dieter Thümmel (LV-Kassenverwalter) steht uns noch bevor. Erhalten bleibt uns weiterhin Michael Kuhn (Hartenstein und LV-Leitung), dem für seinen bisherigen Dienst als stellvertretender LV-Leiter herzlich gedankt wurde.
» Eine gute, offene und geschwisterliche Gesprächs-Atmosphäre
…die auch dann hielt, als es über kontroverse Themen zu diskutieren galt. Und bei der anstehenden Entscheidung über die Erhöhung des LV-Beitrages um 2,00 € ab 2011 waren durchaus nicht alle einer Meinung. Hier war es besonders wichtig, auch die Gedanken und oftmals auch Sorgen der Gemeinden zu hören, die ohnehin schon mit schwierigen finanziellen Situationen zu kämpfen haben.
Genau so gut und wichtig war es aber auch, motivierende und Mut machende Stimmen zu hören und uns auf unsere großartigen Möglichkeiten zu besinnen und sie in den Blick zu bekommen.
Mit der eindeutigen Mehrheitsentscheidung für die Erhöhung des LV-Beitrages ab 2011 wird nicht jede Gemeinde gut leben können. Aber wir können gemeinsam Ideen entwickeln und Wege finden, die auch in finanzieller Hinsicht in eine gute Zukunft führen.
Mich persönlich hat in diesen Tagen eine Geschichte sehr berührt, die ich in einem Artikel einer Zeitschrift gelesen habe. Bestimmt kennt sie auch manche(r) schon. Da erzählt ein alter Indianer seinem Enkel, dass er bisweilen das Gefühl hat, als würden in seinem Herzen zwei Wölfe miteinander kämpfen. Der eine rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere liebevoll, sanft und mitfühlend. Der Junge fragt ihn: „Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?“ „Der Wolf, den ich füttere“, antwortete der Alte.
Bezogen auf manche Diskussion und Situation in unserem Bund, Landesverband und in unseren Gemeinden würde ich die Geschichte vielleicht etwas umschreiben. Ich sehe da vielleicht zwei Vögel (mögen es ein Geier und ein Adler sein). Der eine sieht das Sterbende, das, was kraftlos, schwerer, problematischer, weniger wird, abnimmt oder gar und zu Ende zu gehen scheint. Der andere schwingt sich auf, wirft sich in den Wind, nutzt den Gegenwind als Aufwind, sieht den weiteren Horizont, die aufgehende Sonne, neue Möglichkeiten und Perspektiven. Welcher wird gewinnen? - Der, den wir füttern!
Lasst uns die vielen guten Eindrücke des letzen LV-Rates mitnehmen in unsere Gemeinden und Gemeindeleitungen, in Gemeindegruppen und Arbeitskreise. Und lasst sie uns weitergeben, einpflanzen und vermehren als gute „Futterkörner“ für die richtigen „Futterstellen“.
Lothar Nobis, Gemeinde Stollberg und LV-Leitung
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