Impuls

Über-Springer

Schon wieder Montag! Überspringen müsste man diesen Tag.
Oder gleich die ganze Woche. Mit einem Satz bis zum Wochenende.
Denn Freitagabend beginnt das Leben.
Schon wieder Winter! Überspringen müsste man diese Jahreszeit.
Oder gleich von Oktober bis Mai. Mit einem Satz in den Wonnemonat.
Denn mit dem Frühling beginnt das Leben.
Schon wieder Alltag!
Überspringen müsste man ihn. Mit einem Satz bis zum Geburtstag, Hochzeitstag, letzten Arbeitstag. Denn mit der Pensionierung beginnt das Leben. Manchmal denke ich, mein letzter Tag wird ein Montag sein, ein ganz alltäglicher, armseliger Montag, mitten im Winter. Aber er wird mir sehr kostbar erscheinen. Keine Minute werde ich überspringen wollen und wünschen, ich könnte mir all die anderen kleinen, unscheinbaren Montage noch einmal genau ansehen unter der Zeit-Lupe.
(Inge Müller)

Vor uns liegt die von vielen heiß ersehnte Ferienzeit. "Endlich!" mag der eine oder andere denken. Urlaub, Ferien, Freizeit und Erholung sind nur ein kleiner Teil unseres Jahres. Spätestens Anfang August werden in diesem Jahr viele von uns denken, dass die schönste Zeit im Jahr viel zu schnell vergangen ist. Und wehe, wenn das Wetter oder das Urlaubs-quartier nicht genau das gehalten haben, was wir uns davon versprochen hatten. Enttäuschungen sind dann vorprogrammiert und man muss wieder ein Jahr warten, bis man die schönsten Tage des Jahres dann hoffentlich ungestört erleben darf. Manchmal erlebe ich Menschen, die von einer schweren Krankheit gesund geworden sind oder sich von einem schweren Unfall erholen durften. Sie sagen: "Ich lebe jetzt anders." Es scheinen nicht mehr nur die schönsten Tage im Jahr zu zählen, die 2 Wochen Urlaub am Strand oder in den Bergen, sondern jeder Moment wird als Geschenk Gottes erlebt. Was auch immer geschehen mag, meine lieben Brüder und Schwestern: Freut euch, weil ihr zum Herrn gehört! Ich werde nicht müde, euch das immer und immer wieder zu sagen... (aus Philipper 3). Paulus schreibt den Freunden in Philippi wahrscheinlich aus römischer Gefangenschaft. Er selbst rechnet für sich mit dem Schlimmsten. Nein, keine fröhliche Urlaubskarte, sondern unser neuer Monatsspruch für Juli stammt aus einem Brief aus einem Gefängnis. Die frohen Stunden meines Lebens sollen also nicht allein von der Beschaffenheit des Strandes und der wolkenlosen Panoramasicht im Hochgebirge abhängig sein. Mein ganzes Bestreben soll nicht darin liegen, alle anderen Tage des Jahres so schnell wie möglich vergehen zu lassen. Was auch kommt, freut euch, weil ihr zum Herrn (Jesus Christus) gehört. Ich darf Urlaub machen. Mitten in einer Welt, die ohne Gott zurechtkommen will, darf ich auf Gott und seinen Sohn Jesus Christus vertrauen, mein Leben in seine Hand legen und gespannt sein, was er aus jedem Moment meines Lebens macht. Glauben an Gott ist Urlaub vom Alltag unserer Welt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen behütete Tage unterwegs oder zu Hause. Wir dürfen von einer hoffnungslosen Welt Urlaub machen und das in jedem Moment unseres Lebens.
Seid behütet auf all euren Wegen,
Euer Markus Lippold