Dresden – eine Gemeinde für ihren Stadtteil

Die Jahreslosung 2008 „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?“ aus Jesaja 43,19 ist uns als Gemeinderat immer wieder zur Ermutigung geworden, hinzuschauen, was „sich begibt“, um Gottes Wirken auf die Spur zu kommen.
 
Etwa 115 Erwachsene und 20 Kinder besuchen im Schnitt unsere Gottesdienste. Der Anteil der Gäste ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes ist sehr vielfältig geworden und inzwischen ist ein Lobpreisteil in jedem Gottesdienst enthalten. Viele bringen hier ihre Gaben ein. Das fast durchgängige Angebot des Kirchentees nach dem Gottesdienst und im monatlichen Rhythmus stattfindende gemeinsame Mittagessen werden von Gästen gern angenommen.

Eines unser erklärten Jahresziele war, mehr Tuchfühlung mit unserem Stadtteil aufzunehmen. Dies ist durch eine offene Stadtteilarbeit, genannt „Kidsclub“ geschehen, die seit April  auf dem Spielplatz und im Winter in einer Turnhalle stattfindet. Jeden Freitag treffen sich 25 bis 40 Kinder und hören die Frohe Botschaft. Das Programm gestaltet der „Stoffwechsel e.V. Dresden“. Spiele, Gruppenarbeiten, Gespräche und wöchentliche Einladungen der einzelnen Kinder werden von Mitarbeitern unserer Gemeinde durchgeführt. Inzwischen haben sich schon gute Beziehungen zu den Kindern entwickelt und viele gute Gespräche wurden auch mit den Eltern und Großeltern dieser Kinder geführt. 4 Mädchen besuchen inzwischen den Kindergottesdienst und den Teenykreis. Die Integration weiterer Kinder ist uns ein großes Gebetsanliegen.

Kidsclub

Die Fortsetzung der bewährten „Frauenfrühstückstreffen“, der Sportgruppen, der Konzertangebote und der Flohmärkte, alles niederschwellige Angebote, haben ebenso dazu beigetragen unsere Gemeinde im Stadtteil bekannter zu machen. Freizeiten und die Kindertage in den Herbstferien rundeten dieses Angebot ab. Ein Echo dieser Bemühungen war, dass viele Freunde und Bekannte sich zur  Christvesper einladen ließen. Das Krippenspiel kam auch diesmal gut an. Ein weiteres niederschwelliges Angebot für sportinteressierte Jugendliche und Junge Erwachsene bietet der Sportverein Cottaer Fische e.V. (Verein von 3 Freikirchen). Die Begegnungen sind eine gute Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen und Andachten zu den Heimspielen wurden sehr gut aufgenommen.

Dankbar sind wir über die Entwicklung der Jugendarbeit in den letzten 2-3 Jahren. Jugendliche bringen immer wieder neue Klassenkameraden und Freunde mit und der Jugendraum ist für die Jugend zu klein geworden. Inhaltlich gab es 2007 viele besondere Jugendabende (Winterwochenendfreizeit, „Kreuzweg bei Nacht“ mit der Landeskirche, Fahrradausflug zum Waldgottesdienst, Paddeln auf der Elbe, Tanzstunden und Weihnachtsfeier mit Abschlussball, Offener Jugendgottesdienst und  Jugendabende in englischer Sprache). Eine interessante Erfindung ist „Lobpreis in der Küche“, damit diejenigen mitsingen können, die Abwaschdienst nach dem gemeinsamen Abendbrot haben. Die Zusammenarbeit mit dem GJW war auch 2007 sehr gut. Zur GJW Wochenendfreizeit konnten wir Jugendliche aus Sachsen beherbergen und das Berufsfindungsseminar „PowerCheck“ fand auch in unserem Gemeindehaus statt. Zum Landesjugendtag durften wir erleben, wie einige Jugendliche ihr Leben Jesus anvertrauten.

Der Arbeitskreis Gottesdienst traf sich regelmäßig einmal im Quartal, um gemeinsam Leitlinien zu entwickeln und Absprachen zu treffen, damit bei aller Abwechslung der Gottesdienste diese doch nicht zum Wechselbad werden. Als gute Lösung empfinden wir die feste Integration des Lobpreisteils mit eigenständiger Begleitung.

Die Bibelstunden werden von unseren Senioren besucht.  Im letzten Jahr ist der Besuch etwas zurückgegangen, weil durch Alter und Krankheit die Kräfte der Besucher nachlassen. Die kleine Zahl von Hauskreisen kann uns nicht befriedigen, da wir als Gemeinde Räume brauchen, wo wir miteinander ins Gespräch über die Bibel kommen. Wir sind froh, dass einige Dienstgruppen Hauskreiselemente aufgenommen haben, um nicht nur zu arbeiten, sondern auch am Leben der anderen teilzunehmen.

Zwei Grundkurse „Glauben“ wurden wieder angeboten, einmal in Zusammenarbeit mit der Experience-Gemeinde für Studenten und Erwachsene, einmal für die Jugendlichen, die sich gerade für ein Leben mit Jesus entschieden hatten. Hier ist auch in der Zukunft Bedarf. Zum einen gibt immer wieder Suchende und Fragende, zum anderen werden Mitarbeiter gebraucht, die den Kursinhalt darbieten, oder kochbegeistert sind, weil Gottes Liebe auch durch den Magen geht. Die Taufe zum Abschluss des Jahres war ein ermutigendes Zeichen. Gott ist am Wirken.

Im Hintergrund beschäftigte uns die Herausforderung, den Kontakt zu älteren und kranken Geschwistern und Freunden zu pflegen. Sie sollen spüren, dass sei weiterhin dazugehören und wertgeschätzt sind. Auch hier deutet sich an, dass wir neue Strukturen brauchen. Leider ist die Zahl der Mitglieder, die am Rande der Gemeinde leben, nicht geringer geworden, trotz der Bemühung wieder Kontakte zu knüpfen und die Frage der Mitgliedschaft zu klären. Wie und in welcher Form wir die Verantwortung für diese Randglieder gemeinsam tragen können, das wird uns 2008 beschäftigen.
 
Ein weiterer Schwerpunkt für dieses Jahr wird die „Beziehungspflege“ sein. Hier liegt uns die Integration der Gäste, die in letzter Zeit verstäkt unsere Gottesdienste besuchen ebenso am Herzen, wie die Pflege der bestehenden Beziehungen, beobachten wir doch auch immer wieder, dass so manch eine Veränderung der Gottesdienstformen und Schwerpunktverlagerungen auf Neue und Neues alt Gestandenes verdrängen – und nicht jeder fühlt sich dabei wohl, manch einer wird unzufrieden und neigt dazu sich zurückzuziehen.

Wir sind keine perfekte Gemeinde und es menschelt überall. Wir brauchen den Beistand und die Korrektur durch die anderen Geschwister und vor allem Gottes Hilfe beim Bau seiner Gemeinde. Wir dürfen dabei sein.
 
Esther Oppe

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